Menschen bekommen erst durch ihre Stimme Charakter. Dafür, dass die Stimme über Sympathie und Ablehnung erscheidet ist die Stimmauswahl bei Synchronisierung eine reine Zumutung und stellt die Frage in den Raum wie man Filme und Serien eigentlich gleichzeitig hassen kann und dennoch in der Branche arbeitet. Wenige Entscheidungen sind so entgültig wie die Auswahl der Synchronsprecher einer Serie. Dafür dass es nur einen Versuch gibt das Publikum von sich zu überzeugen, scheint die Entscheidung über die Sprecher ziehmlich egal zu sein. Wenn am Ende die Serie hier als einzigem Land der Erde floppt, dann wirds halt auf kulturelle Unterschiede geschoben, Synchronisierung ist hier schiießlich kein Thema und wer regt sich schon darüber auf!? Leute ohne Fernseher!
Zu eng
Ich hatte nie die größte Statur und als Kind war ich in der Klasse immer der Kleine. Ich hatte Hoffnung noch zu wachsen und das tat ich. Auch mit 19 hatte ich zwar einerseits Abitur und inzwischen die gefühlte Berliner Durschschnittsgröße erreicht, so verkündete ich scherzeshalber aber trotzdem, dass ich ja noch wachse und benutzt dies als ernstgemeinte Begründung dafür doch noch das letzte Dessert zu bekommen.
Inzwischen ist das eine halbe Dekade her und stelle immer mal wieder mit erschrecken fest, dass meine Kleidung von damals geschrumpft ist, auch mein Abi-Anzug nicht mehr passt und diverse alte Jeans Hochwasser haben. Da ich bis heute weder an Körperumfang zugenommen habe, noch an kleidungsschrumpfende Trolle glaube, bleibt mir nur ein logischer Schluss. Ich sage auch weiterhin, ich sei noch im Wachstum und nehme mir wieder das letzte Dessert!
Der Fatalist
Ich komme gerade vom Funny van Dannen-Konzert und darf damit wieder einen Künstler von meiner Live-Todo-Liste abhaken. Funny van Dannen live, das ist ein Saal voller Menschen, ein Einzelner mit Gitarre auf einer Bühne und ein musikalischer Poesie und Hirnschwund. Die Stichpunkte:
- Es hatte was einer literarischen Lesung: Ein Notenständer mit Blättern und eine weiße Gitarre und die nie nachgestimmt werden musste.
- 2000 stehende Menschen
- 200 die Singen
- 20 die Tanzen
- Persönlich gefühlte eigene Textsicherheit ~80%
- 2,5 Stunden Konzert und ich bin nicht heiser. Man muss dazu sagen, Funny van Dannen ist genau meine Simmlage und das Konzert hätte aus der Sicht noch länger gehen können, hatte aber perfekte Länge.
- Ein ganzer Saal der über “Posex und Poesie” singt
- Liebste neue künstlich-implantierte Erinnerung: Mein Lieblingshaustier war eine flache Ratte und die Aktion mit der Mäusepissenpistole
Theorienfindung
Auf dem Nachhauseweg ging ich hinter etwas hinterher, das die äußere Erscheinung eines Mannes hatte. Ich starre eher selten Menschen hinterher und noch viel seltener Männern, jedoch hatte diese Erscheinung einen Hinterkopf, der einen in einen Bann reißen und die Gedanken dahintragen konnte.
Aus seinem Hinterkopf, genau wo Schädel und Genick sich treffen wuchs eine einzelne Rasterlocke aus seinem Kopf und verschwand im Kragen seiner Jacke. Es gab keinen Hinweis darauf wie weit sie noch in die Jacke ragen würde und das Alleinstellungsmerkmal war die ansonsten eher karge haarliche Bewachsung des Kopfes. So wirkte es wie eine einzelne Verloren gegangene Rastalocke, die einfach fehl am Platze war und man sich Gedanken zu der Geschichte dahinter macht.
Ist es die Letzte ihrer Art auf einem ehemals prallen Haarschopf, der Tommy stolz gemacht hätte und heute nur noch der Schatten seiner  selbst ist? Das setzt vorraus, dass es eine Locke war? Vielleicht ist es aber auch das legendäre Stammhirn, dessen Existenz heute nicht mehr bezweifelt wird – anders beim Großhirn. Ehrlich, schaut euch doch mal um…
Vielleicht ist es nur eine Attrappe und in wirklichkeit versteckt sich dahinter ein Schlauch für eine außerirdische Atmungsvorrichtung, die auf dem Rück unter der Jacke montiert ist. Vielleicht fungiert der gesamte Körper wie ein Taucheranzug für einen extra-terranischen Besucher.
Oder vielleicht handelt es sich um ein Computerkabel, dass die Hirnsignale direkt in einen kortikalen Subprozessor leitet und die Gedanken allen Drohnen des kollektiven Gehirns zur Verfügung stellt. Für diese Cybord-Theorie sprechen auch die zusätzlichen Kabel, die aus den Ohren hingen.
Auch nach Minuten der Observation konnte ich keinen schlüssigen Beweis für irgendeine meiner Thesen finden. Er bog dann in einen Döner ab, was ja hier alle machen und damit die beste Möglichkeit ist unterzutauchen und seine Tarnung zu erneuern.
Biotop
Auf dem Land bei meiner Schwester, hinter dem Haus neben dem Carport steht ein Fuchsschwanz. Auf der Pflanze sammeln sich Blattläuse und decken große Teile des Stengels weitflächig ab. Gezüchtet und gehütet werden sie von einer Horde Ameisen, die sie wie Vieh auf der Weide halten, bis die Ameisen sich an ihnen laben. Diese Massenlaushaltung zieht Wespen an, die sich an den Ameisen gut tun. Die Wespen werden von den Hornissen geschnappt und die Hornissen in der Abenddämmerung von den Vögeln und Fledermäusen, die am nächsten Morgen dank der Katze vor der Tür liegen.
Wer brachte Erwin Schrödinger um?
Solange ich nicht nachschlage, ob Erwin Schrödinger noch lebt befindet er sich in einem undefinierten Zustand zwischen “noch am Leben” und “schon tot”. Dieser löst sich erst auf sobald ich oder jemand anderes nachlese. Da bereits jemand nachgeguckt hat, ergibt sich eine von beiden Möglichkeiten und die Frage kommt auf “Wer brachte Erwin Schrödinger um?”
Die MSISDN
In der Informatik und besonders wenn es um Datenschutz geht versuche ich mit offenen Ohren durch die Welt zu gehen. Die technischen Möglichkeiten heutzutage Benutzerdaten auszuwerten sind leicht zu unterschätzen und das Missbrauchspotential schnell erschütternd. Gerade spezielle, technische Lösungen zeigen, einfach Erhebung, Auswertung, Weitergabe und Remix der Daten ist.
Ich arbeite seit einigen Monaten in einer Firma in der ich mich mit Web-Entwicklung für Mobiltelefone beschäftige. Dabei konnte ich lernen was die MSIDSN ist. Da ich im Zuge einiger Webrecherche wenig zu dem Thema fand will ich hier kurz was dazu schreiben. Dank an dieser Stelle an Leo, durch seine Reccherche noch gut weiterhelfen konnte.
Konkret wurde ich kürzlich vor die Aufgabe gestellt für einen mobiles Webkatalog Möglichkeiten zu recherchieren, wie von einem mobilen Webseitenbesucher die Handy-Nummer ausgelesen werden kann. Dies sollte den Registrierprozess für das Portal auf Handys vereinfachen. Eigentlich sollte man sich hier schon an den Kopf fassen, dass überhaupt die Möglichkeit in Betracht gezogen wird automatisiert diese Verkehrsdaten abzufragen. Ich meine man stelle es sich vor, man schaltet eine einfache Webseite und von jedem Besucher der sie über ein Mobiltelefon besucht wird die Mobilfunknummer in einer Datenbank gesammelt. Zwar nicht identifiert und signiert, aber immerhin echt und korrekt. Perfekt um sie einfach mal an Werbespammer weiter zuleiten.
Ich war nicht sehr begeistert auf die Aussicht so eine Technik – so vorhanden – zu benutzen, begann aber meine Recherche.
Das Stichwort unter dem das ganze läuft ist “MSISDN”, der Mobile Station ISDN Number.
Jeder mobile Besucher, der eine Webseite laden will, sendet vom Browser einen HTTP-Request ab, der beschreibt, welche Webseite vom Server zurück geliefert werden soll. Kurz gesagt geht es bei der MSISDN nun darum diesen HTTP-Request des mobilen Browsers zu analysieren und zu gucken, ob die MSISDN im Request mitgegeben wird. Die MSIDSN wird nicht vom Browser in den Request geschrieben, der weiß selber nicht auf welchem Gerät, mit welcher Nummer er ist. Die MSIDSN wird auf dem Weg zu Server vom Provider eingefügt. Der vom Browser abgesetzte Request wird über ein Mobilfunkprotokoll (UMTS/3G, GRPS etc) übertragen und vom Mobilfunkprovider über Gateways ins Internet geleitet. An diesen Gateways wird die MSISDN-Nummer zugeordnet, von der der Request abgesetzt wurde.
Auf Serverseite kann der HTTP-Request einfach ausgewertet und die darin enthaltenen Daten (ie die Handynummer) gelesen werden. Hier ist die einzige Frage unter welchem Schlüsselwort die MSIDSN zu finden ist. Dies kann sich je nach Provider unterscheiden, in den Yellow-Pages für mobile HTTP-Requests kann man dies jedoch nachschlagen.
Also prinzipiell gibt es diese Technik und es ist sehr verwunderlich, dass sie außerhalb von Mobiltechnologiekreisen nicht weiter bekannt ist.
Die gute Nachricht ist, dass zumindest in Deutschland die Provider die MSISDN nicht mitschicken. Das oben beschriebene Szenario des automatischen Auslesens ist also zunächst nicht möglich.
Die schlechte Nachricht ist, dass die Technik trotzdem existiert und vorallem, dass Provider Zugriff auf diese Daten vermarkten.
Ich könnte nun als beliebter Handy-Abo-Verramscher an die Mobilfunkprovider herantreten, mit Geld wedeln und meine Webseite für die weitergabe der MSISDN freischalten lassen. Ich würde damit von allen Besuchern, die über diesen Provider kommen die Handynummer an meinem Portal geschickt bekommen und schön mitspeichern können.
Dies alles natürlich ohne, dass der Nutzer etwas davon mitbekommt und ohne, dass er es abschalten kann.
Schöne neue Mobilfunkwelt.
Schwarz-geld-rot
Was ist das hier eigentlich für eine traurige Versagernation, die einmal in vier Jahren für vier Wochen im Zuge eines lächerlichen Sportevents seinen Nationalstolz entdeckt und das Hirn ausschaltet, und das bei einer Sportart, die sie weder dominieren geschweige denn einigermaßen beherrschen und bei der das Größte der Abstand zwischen Wunschdenken und Realität ist, was alle in blinden Eifer nach vorne treibt ohne zu sehen wie lächerlich, absurd und idiotisch das Ganze ist, während andere Sportevents, bei denen man zurecht Feiern könnte gänzlich vergessen werden?
The system
Johnossi in Berlin
Ich habe eine guten Weg gefunden um auch durchschnittlichen Musikalben eines Künstlers, den man sonst mag, das Gewisse etwas hinzuzufügen. Ist die Neuste CD lahm, geh ich Live ins Konzert, wo die neuen Songs dann doch rocken und wenn beim nächsten Hören der CD hat man die positiven Erinnerungen an das Konzert. Das hat bei Bela B geklappt und das funktioniert auch bei Johnossi.
- Interessant, dass die alten Lieder besser rocken, die neuen funktionieren gut, sind aber nicht so tanzbar.
- Kein Mega-Pogo aber viel bisschen im ganzen Lido verteilt, 400 Leute gut in Bewegung
- Kaum zu glauben was Gitare und Schlagzeug für ein Klangbett erzeugen können.
- We’e the monkey in the jungle, try’n to find you place, the one who makes the sunset bring a silly kinda smile on your face…
- “Nur” 90 Minuten, aber eigentlich perfekte Länge
- Musste noch auf Bus warten, beim vorfahren schrabbt der Bus am Bordstein lang und macht Mini-Feuerwerk.
- Danach nimmt der Busfahrer noch beinahme einen kleinen Transporter mit.
- Die Laune hält 🙂
Das tägliche Was-zur-Hölle
Fluchen geht einfach nicht so schön auf deutsch.
TheDailyWTF ist ein Blog, das täglich die schlimmsten Programmierergeschichten erzählt. Geschichten die unsereins die Nackenhaare aufrichten und die wir alle in der einen oder anderen Form schon erlebt haben.
Sehr schön finde ich die Kategorie CodeSOD, die Quellextschnipsel präsentiert, die grottenschlecht bis fremdschämidiotisch sind. Kürzlich hab ich einen solchen Schnipsel eingeschickt, den ich in einer Bildkonvertierungsbibliothek gefunden habe. Es ging darum, dass die Funktion einem zurückgeben soll, ob der Wert x eine Potenz von 2 ist.
/*
=============
checkSizeMake sure its a power of 2.
=============
*/
int checkSize(int x) {
if (x == 2 || x == 4 || x == 8 || x == 16 || x == 32 || x == 64 || x == 128 || x == 256 || x == 512)
return 1;
else
return 0;
}Den Schnipsel hab ich im Februar bei TheDailyWTF eingeschickt und wie ich gerade feststelle wurde er letzte Woche gepostet. Yeah! :)
Mein Freund ist Roboter
Ich komme gerade frisch von der Demonstration zum heutigen Internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen. Der Anlass zum Demoaufruf im nun schon 6. Jahr war der weiter herschende Zwang auf Lohnarbeit ist die herabwürdigende Situation, dass man auch im 2. Jahrzehnt des ersten Jahrhunderts im dritten Jahrtausend immernoch für sein Brot arbeiten muss. Das bringt schlechte Laune. Eigentlich klagt doch jeder um mehr Freizeit und darum gingen wir heute auf die Straße.
Und es war die entspannteste Demo auf der ich je war. Überall gute Laune, gute Musik, ein gutes Anliegen und an überall Publikum, dass uns freundlich bis neidisch bestaunt hat als wir skandierten “Wir haben Zeit!”
Auch die Polizei war so entspannt wie sonst. Wo andernorts Polizisten der Fuss ausrutscht saßen sie gemütlich auf ihren Motorädern und genossen das Schauspiel. Man kann sich denken warum und leicht vorstellen, wie am Freitag alle Berliner Polizisten um einen Hut standen und ausgelost wurde, wer für welche Demonstration abgestellt wird. Unsee Polizisten wussten was ein Hauptgewinn ist.
Geendet hat die Demostration traditionell mit dem Gebet gegen die Arbeit.
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Sitze in einem Imbiss am Hauptbahnhof mit Blick auf das Regierungsviertel. In der Scheibe reflektiert sich Leuchtreklame, so dass es ausschaut als wäre das Kanzleramt von Coca Cola gesponsert.
Das Lese-Oktett #26
Es gibt Links, die bei Twitter untergehen oder die einfach zeitlos sind und deswegen doch wieder in Lese-Oktetts festgehalten werden sollten.
Gesellschaft
Das Elend der Debatte um ARD und ZDF
Die bedingungslose Idiotie des Grundeinkommens für Reiche
Is Making Public Data “More Public†a Privacy Violation?
Why people don’t contribute to Open Source projects and what we can do about it
Wissenschaft
Homöopathie vs Wissenschaft – eine Metapher
Henrietta Lacks – Ein ewiges Leben
Cuban Missile Crisis – Can’t we all just get along? – Missile crises as twitter-like stream
Cymothoa exigua – Faszinierender Fishparasit
Gamma error in picture scaling
Tafel-Wiki – Lernspiel zum Verständnis von Wikipedia
Vulkananbeten
Ich ergötze mich total an der Berichterstattung über den Vulkanausbruch, dem anschließendenden Flugverbot, das seit 2 Tag und wohl noch einen Tag länger herrscht, dessen Konsequenzen und eventuellen Konsequenzen. Vor kurzem noch saß ich regulär auf meinen Anschlussflug wartend in Madrid und habe mich trotz Büchern, Musik und Notizblock schrecklich gelangweilt. Und doch …
Bin ich ein schlechter Mensch?
Jemand hört mit
Jemand hòrt mit. Ich lausche, höre aber neben meiner eigenen Stimme niemanden in meinem Kopf. Und doch habe ich das Gefùh jemand hört mit. Ich sitze kurz vor meinem Gate in der Flughafenhalle und warte, das uns jemand ins Flugzeug lässt. Wir, das sind ein Haufen deutscher Passagiere auf dem Flughafen. Der Fughafen ist am Rande von Madrid und dort bin ich bei der Rückreise aus dem Fallas verbrannten Valencia.
Ich hatte zwar irgendwann Spanisch gelernt, jedoch lag mein sprachlicher Höhepunkt schon lange hinter mir, aber wozu gibt es die Betriebssprache Englisch und einen Gastgeber der das eine, wie das andere beherrscht und zum Übersetzen verdonnert werden kann. So verbrachte ich meine Tage, verstand wahlweise nur Spanisch und Bahnhof, dachte, träumte und kommentierte auf Englisch und hielt mich sonst von jedwedem Deutsch so fern wie möglich. Im Herze Vaterlandsverräter und kein Wort kein Wort im Munde.
Nun sitze ich in Madrid und muss mich wieder an den Klang der Muttersprache gewöhnen. Es waren ja nur 6 Tage, aber doch kommt es mir vor als könne plötzlich jeder meine Gedanken lesen. Gleichzeitig lenken mich die belanglosen Gespräche ab. Zuviele Stimmen im Kopf. Ich setz mich zum Warten woanders hin.
Don’t play
In my last semester I attended a course on Business Ethics. Among several topics was the discussion of Shareholder vs Stakeholder value in companies. We had Andreas Hägele as a guest lecturer who gave a talk summarizing why the current system of Stock exchange fails with ethical and moral considerations. His talk was full of throwing numbers, but personally I finally realized, why companies have to ignore ethics to conduct business and why the Stock exchange has no room for these considerations. Based on this realization I wrote a paper for the course, in which I elaborate the reasons in a bit simpler language and setting them in context. You can download the PDF or go ahead reading below. Enjoy! Continue reading “Don’t play”
Rollstuhlware
Ein Mann stackst störrisch die Straße entlang. Vor sich schiebt er einen Rollstuhl. Der Bürgersteig ist – wie dieser Tage üblich – vereist und jeder steht vor der Wahl zwischen Glatt und Nass. An den Bordsteinkanten bilden sich Eispfützen, wer gut ist navigiert drum herum, wer aufpasst, kann hintersich jemanden Hören der nicht so gut aufpasst. Der Mann hat den zerstoßenen Eisschnee als Oberfläche gewählt und kämpft mit den Rädern seines Rollstuhls. Es sieht etwas unbeholfen aus, er legt sich ins Zeug und drückt das Gefährt, doch der Schnee leistet Widerstand. Er lehnt sich etwas nach vorne. Es sieht aus als wolle er seinem Gefährten etwas sagen, vielleicht “wollen wir tauschen?”. Aber er spricht nichts, er kontrolliert die Ladung. Tauschen wäre auch gar nicht gegangen. Drei Bierkisten bieten nicht viel Schub auf verschneitem Gehweg. Im Gegenteil, dem Mann nach zuurteilen ist schon die Wirkung einer Flasche eher dem Fortkommen hinderlich. Das ist der Gedanke die Fortbewegung und Transportmaximierung mit Hilfe eines Rollstuhls gar nicht so blöd. Ich frag mich wo er ihn her hat.
Multiples Leid
Ich leide gerade. das aber in einer eigentlich positiven Form. Ich hab morgen meine letzte Klausur, quäle mich über Mathe-Heftern von A wie Geometrie bis Z wie Fourir-Transformation. Neben mir steht mein neuer Rechner, den zu installieren mein Wochenende draufgegangen ist. Ich habe neue Games, ich hab 2 Wagen an denen ich für CTDP und für RaceCar arbeite, ich hab 2 Blogartikel, die ich hier endlich fertig schreiben will. Von Marvin bekam ich vorhin eine Lösung für ein Problem, dass mich an meinen DDS-Utilities ausbremst und nebenbei füllen sich die nächsten Wochen mit Leben und Terminen aller Art.
Es gibt soviel zu tun, und mir brennts in den Fingern endlich von Mathe weg zu kommen!
Andersrum
Der Chaos Communication Congress in Berlin muss der einzige Ort auf der Welt sein, wo die Naturgesetze gehackt wurden. Anstelle von Schlangen vor dem Damenklo stehen die Herren Nerds vor den Ställen und warten, wären die Frauen stehts freie Bahn haben. Die Warteschlange teilt sich in 2 Lager. Die, die an die Pissoirs wollen und die für die Nasszellen. Letztere stehen länger. Leute die zu Ersteres wollen, aber für letzteres anstehen bemerken dies schnell. Die Stimmung ist non-kommunikativ. Jeder versucht irgendwo hin zu gucken, der große Spiegel an der Wand hilft bedingt. Die schlange für die Ställe braucht eine gefühlte kleine Ewigkeit. Zuviele Häufchenmacher und Paruresisgeschädigte. Eine durchaus attraktive Sanitätstech wechselt die Trockentücher aus. Sie verlässt das Männerklo und betritt das Damenklo mit den Worten “und nun zum leichten Teil”.
Und jetzt Bodo Wartke mit der Hymne auf die Klowarteschlange
