Euro2009 – Die Parteien, die nicht waren

Bei meinen Recherchen rund um die Euro-Wahlparteien sind mir zwei Parteien in den Kopf gekommen, die ich schmerzlich vermisst habe.

Erstere Partei gab es mal wirklich. Ich bin über die Clips von 60xDeutschland darüber gestolpert und versucht etwas mehr darüber herauszufinden. Wir sind im Jahr 1970, in Hamburg gründet sich die Deutsche Sex-Partei. Ein Wikipedia-Eintrag wurde mal begonnen, jedoch wie jeder gute Eintrag der deutschen Wikipedia bekam er eine Löschanfrage, der er leider zum Opfer fiel.

Zum Glück gibt es noch einige Archive. Zum Beispiel berichtete die Zeit im Juni 1970 “Sex-Partei – Hier liegen sie richtig”. Ich glaub um Wortspiele kam man damals einfach nicht drumherum. Immerhin, bei einem Wahlprogramm, dass in der Außenpolitik plante die DDR duch Sex-Tourimus zu “untergraben”, was soll man da auch ernst bleiben. Leider findet man kaum weitere Informationen im Interweb zur DSP. Man findet nur 1000 DVD-Links zu einem Film mit gleichem Namen, der aber überhaupt nichts mit der Partei zu tun hat. Interessant wäre nur noch zu sagen, dass es in Australien seit November 2008 die Australian Sex-Party gibt.

Eine gänzlich andere Partei schwebte mir letzte Woche  vor. Als ich mich so durch die Parteiprogramme boxte fragte ich mich, wo eigentlich die Nichtwählerpartei ist. Diese Partei hätte das einzige hoheitliche Ziel rein gar nichts zu machen, wenn sie gewählt wird. Überhaupt nichts. Nil, Void, Einfach nur auf ihren Stühlen sitzen, Schnittchen essen und in die Sessel furzen. Zu nichts ne Meinung haben, über nichts abstimmen und einfach nur rumhocken und Scrabble spielen. Ein bisschen so wie eine große Koalition, nur, dass man sie selber wählt und ohne Verfassungsfeinde.

Warum trat die APPD eigentlich nicht bei der Europawahl an?

Euro2009 – Empfehlungen

Ich habe Dank Briefwahl meine Stimme schon abgegeben und kann daher sehr entspannt ins Wochenende gehen. Ich will eigentlich keine direkte Wahlempfehlung aussprechen, es gibt aber schon einige Gedanken die mir wichtig sind.

Ich habe diesmal eine Iinitiative/Partei gewählt, die im untersten Fünftel des Stimmzettels ist. Für mich war klar, keine der 5 großen zu Unterstützen. Besonders, nachdem ich die Politik der SPD in den letzten Jahren mehr als Messer im Rücken als alles andere empfunden habe. CDU/CSU sind sowieso schon immer unten durch gewesen und die Grüne erscheinen mir im Moment schlicht und ergreifend als Profillos. Bleibt die Linke, mit der ich mich schwer tue. Das einzige was die Linke in meinen Augen wirklich wählbar macht ist der Fakt noch in keiner Regierung gewesen zu sein und daher noch nicht demonstriert zu haben wie sehr sie in der Verwantwortung mit ihrem Wort bricht. Wenn ich auf Landesregierungen wie Berlin schaue bin ich aber auch da etwas skeptisch.

So ging meine Stimme an eine kleine. Ich nehme nicht an, dass sie die 5% Hürde schaffen wird, aber immerhin ist jede Stimme auch für eine kleine Partei eine Unterstützung und sei es in monetärer Form.

Ich hab noch einige Quellen zur Meinungsbildung. Wie gesagt ich sprech keine Empfehlung aus, aber ich würd gerne das Meinungsbild etwas lenken insofern, lohnt es sich vielleicht mal etwas durchzuklicken.

Bürgerrechte wählen, Überwachung abwählen: Vergleich der Parteienprogramme aus Bürgerrechtlichen Gesichtspunkten

Abstimmungsverhalten der Fraktionen zu Überwachungsgesetzen der letzten 50 Jahre

Selbst Fefe lässt sich zu sowas wie einer Wahlempfehlung, oder was dem sehr nahe kommt, hinreißen.

Hier in Luxemburg ist auch alles zugeflastert mit Plakaten. Am schönsten ist der Spruch “Nei wieer Wählen!” Was übersetzt “Uns wieder wählen!” heißt, aber nach was anderem klingt. 🙂

Habt nen schönes Wahlwochenende!

Ach du scheiße, ich hab habe durch 0 geteilt!

Ich bekam gerade eine Spammail von “Lenard Sheldon” und habe Bauchschmerzen vor Lachen.

White-Stories

Inverse-Blackstories: Eine Konsequenz wird gegeben und es muss der Sachverhalt gefunden werden, den diese Konsequenz provoziert.

Warum gibt es für Träume keine Lesezeichen?

Tausch Rotes Klimperzeug gegen Rote Schein ist meist kein guter Deal.

Blanks

Wäre ich … würde ich …, aber da ich … werde ich …. Aber beides mit …

Das Leseoktett #22

Gesellschaft

Doktor Faustus und die Affenfalle: Taktik – Greif härter zu, zieh stärker raus

Interview Eric Hobsbawn “Es wird Blut fließen, viel Blut”: Interview eines 92 jährigen Sozialhistorikers, der bereits die Depression 1930 und alle folgenden auf und abs mitgemacht hat.

Bischof Huber: Gott ist nicht real: … und auf einmal ist er mir ein stückchen sympathischer.

Politik:

Seltsames Demokratieverständnis: … oder warum stellen sich Politiker nicht vor eine gröhlende Masse im Festzelt und bezeichnen das Publikum als Idioten?

Irgendwie dazu passend: Der Doktor und das liebe Vieh über uns’ Wiefelspütz

Politiker-Pläne: Heftige Proteste gegen Sperrungen im Internet (Video): Gute Zusammenfassung der Thematik in bewegten Bildern für Lesefaule. Die Petition läuft noch.

TP: Strafverfolgung oder Internetsperren: Löschen oder Sperren? Beides zusammen geht nicht!

Heute kein Abschlussvideo, dafür das Bild einer Kiwi im MRT

Star Trek

Als Fan war ich natürlich im neuen Film, schon Schande genug, dass es der erste Star Trek-Film ist, den ich auch im Kino gesehen habe, aber immerhin war es ein tolles Erlebnis. Der neue Film rockt! Er ist anders, er ist dynamischer, er ist vollgepackt und eine extrem unterhaltsame Achterbahnfahrt. Nach allem was ich gelesen habe, auch für Leute, die dem Scifi oder speziell Star-Trek eher fern sind. Es brauch keinerlei vorwissen, mit macht es aber auch spass. Es ist verdammt kurzweilig und ich bin begeistert aus dem Kino gegangen.

Kein Film ist perfekt, ich hab auch einige Kritikpunkte. Ich fand den Anfang verdammt geil, in der Mitte sackte es etwas ab. Die Handlung war zwar in sich geschlossen und gut, allerdings gab es keine Pause zum Luft holen. Im Grunde wechselten sich Action-Sequenzen und kurze Dialoge, die die Handlung voranbrachten ab. Auf dauer war das etwas ziehend und für mich war Delta-Vega der Tiefpunkt, danach zog es wieder an. So gesehen fand ich die Dialoge grundsätzlich etwas flach. Gerettet wurde alles durch den Cast, durch die Geschichte, durch die Musik und die Effekte. Ich kann zwar auch nicht sagen, wie groß die neue Enterprise denn jetzt sein soll, aber mit dem Design kann ich mich inzwischen anfreunden. Naja und Lense-Flares … muss ma halt ignorieren.

Alles in allem, trotzdem lohnenswert rein zu gehen, auch gerade, wenn man nicht in der Materie ist. Eine bessere Möglichkeit sich einen Überblick zu verschaffen ohne Vorkenntnisse und Ballast haben zu müssen gibt es nicht. 🙂

Achja, ich könnt noch erwähnen, ich hab den Film im Utopolis in Luxemburg auf Englisch mit Französischen Untertiteln gesehen. 😀

Kontoumsätze basieren auf nicht-arithmetischer Mathematik

Uneindeutig

Aufgrund zuvieler gleich benannter Personen, die in meinem Kopf viel zu schwierig in Schubladen einzusortieren sind, versuche ich es jetzt mal mit eindeutigen Hashcodes zu arbeiten. Also liebe 1978f98f6d973da4277e7d9f84dd8abd, cad1607c1aae887b14ab612de33062b7, 3fee768979c7a71f8268d63f072103d0 und 1d06283f21c97ced18bada7751138dbf, ich hoffe das ist jetzt etwas einfacher für mein Hirn zu verarbeiten.

Die Hashes sind mit dem schon etwas angestaubten MD5 erstellt,ich hoffe, dass zukünftige Bekanntschaften nicht auf Namenskollisionen aus sind.

Enten

Drei Meter vor mir sitzen eine Handvoll Enten. Die Meisten sitzen bloß herum. Eine macht sich schon seit Minuten für mich schön, jedoch ist es leider ein Erpel. Jetzt gerade verrenkt er sich vor mir das Bein. Neben ihm sitzt seine Entenfrau, die einerseits ständig ihren Hintern in meine Richtung wackelt, mir aber andererseits nur die kalte Schulter zeigt.
Dann ist da ein Außenseiter. Eine weiße Taube, die von einer Hochzeit geflohen oder von den Tauben als Spion in geheimer Mission geschickt wurde. Daneben sein uneheliches Kind.
Die Tauben sind sowieso die Spielverderber. Wie halbstarke Neuköllner Kids treten sie in Rudeln auf und meinen die Lage abchecken zu müssen. Ratten mit Flügeln. Still schleichen sie durch die Gegend, stets bereit wenn nötig dich einzukesseln, wenn du ihnen dein Handy nicht gibst. Ob Tauben Bushido hören?

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Das Leben einer Ente findet im Wasser statt. Sie werden dort geboren und sterben im Wasser. Ab und zu taucht eine ab und ward nie wieder gesehen. Damit die Entenpopulation aber nicht ausstirbt taucht woanders unverhofft eine neue Ente einfach so auf. Dadurch gleicht sich der Verlust wieder aus. Unterwasserklonlabore erklären auch, warum alle Enten gleich aussehen. Diese gefiederten Wassertreter geben sich eines einfachen Lebens und haben die Technologie bereits hinter sich gelassen. In trautem Einklang mit der Natur begehen sie ihr Leben.

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Dort hinten sind zwei Enten ganz aufgeregt. Es ist ein Erpel und seine Dame. Sie hat keine Lust, er aber schon, was zu gewissem Konfliktpotential fühlt. So kommt es zur Hölle eines jeden Bademeisters. Er stellt sich auf sie rauf und sie geht unter. Nach vollendeter Versenkung putzt er sich.

Quäkend betteln zwei Enten vorbeigehende Fussgänger an. Quäk, quäk,quäk. Ubersetzt heißt das „Haben sie wohl etwas Kleingeld übrig?“ Die Fussgänger schütteln aber meist nur mit dem Kopf, heute haben sie keines dabei, ja eigentlich haben sie nie welches und vielmehr brauchen sie doch selbst soviel mehr um es jetzt den Enten hinterher zu werfen.

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Noch woanders sitzt ein ein Paar Enten und möchte nicht gestört werden. Sie sitzen nur so da und gucken in die Nachbarschaft. Vielleicht sind es Oma und Opa Ente. Kommt ein Nachbarsküken vorbei dann krakeelen sie los. Sie sind die Könige des Balkons. Sie bestimmen über Ruhe und Frieden, oder wenigstens, was für sie das bedeutet. Ruhe und Frieden heißt ihr Ruhe und Frieden. Jeder vorbei schwimmende Artgenosse ist ein Angriff darauf und gehört zusammen geschissen.

Ich verlasse meinen Platz. Irgendwie kommt mir diese Entengesellschaft bekannt vor.

(Dank an F. für die Entenbilder)

Heute in der Kategorie “Gerade frisch aus der Erinnerung auferstanden”:
War ich letzte Woche noch in Berlin unterwegs und kam in einem Gespräch aufs Thema “Kinderverdreschen”, worauf hin ich gelobt wurde “verdreschen” gesagt zu haben und nicht “verkloppen” oder “verprügeln”. So alte Worte seien ja viel schöne und höre man so selten. Manchmal gibt es Leute die noch seltsamer sind als man selbst.

Das Leseoktett #21

Finanzkrise:

Truthähne, Rühreier und Kleingedrucktes: Finde die Regel, es ist nicht schwer  …

Verkaufen!

Politik:

Per Mausklick zum Terroristen

Höchste Eisenbahn für den Klimaschutz

Abgeordnetenwatch: “Warum wird Kinderpornographie in Behörden, Universitäten und Schulen eigentlich nicht blockiert?”

Bürger machen Politik: Petition gegen Internetsperren erreicht 50.000 Mitzeichner in nur vier Tagen: Ich mag die beschriebene Analogie

DNS-Sperren mit Lego erklärt

Technik:

Mac-Wurm: Bitte leiten sie mich weiter

Immer schön mit SSL twittern: gell liebe CDU

Hollywood will Lehrer DVDs abfilmen lassen: Damit der Kopierschutz nicht umgangen werden muss…

Ich glaub ich werde wohl nie verstehen, warum Windows im laufenden Betrieb einfach das Tastatur-Layout wechselt.

Gedankenbröckchen vom 1 Mai

  • Intellektuelle Tüte
  • Park der Pessimisten
  • Bier und Schießstand. In der Reihenfolge
  • Suche das deutsche Wort für das Substantiv “banter”
  • Keine Idee zu haben eine spontane Situation aufzulösen und daher einfach die Situation sprengen.