Selbstexperiment

Seit knapp 2 Monaten bin ich bei einem Selbstexperiment anderer Art. Eins das auch dieses Blog betrifft: ich twitter.

Ich hab die längste Zeit nicht verstanden wie das geht. Rein technisch betrachtet natürlich einfach: Du hast ein Feld mit 140 Zeichen und schreibst rein. Leute die dir folgen bekommen diese Nachricht zu sehen und wenn du andere leute folgst, dann bekommst du in Echtzeit die Nachrichten, die sie schreiben. In der Theorie einfach, allerdings ist hinter dem Phänomen mehr, besonders in hinsicht auf die Gesellschaftliche Selbstorganisation im System. Twitter ist eigentlich nur ein Dienst ohne Zweck. Der Zweck, der Sinn und die Art und Weise wie man es benutzen kann hat sich komplett in der Gemeinschaft entwickelt und entwickelt sich fortwährend weiter. Ich wollte gerne verstehen wie das läuft, weil ich den Eindruck bekam von draußen sieht man nichts.

Nach draußen hin siehst du nur einen Microblog, eine Liste eines Nutzers. Viele Einträge sind in sich abgeschlossen, die kann man verstehen, jedoch fehlt bei den meisten der Kontext und noch schlimmer, du siehst praktisch nur eine Hälfte einer angehenden Unterhaltung des Schreibers mit seinem Netzwerk. Erst in dem Moment wo man sich registriert, jemanden folgt und damit teil dieses Netzwerks wird began ich zu begreifen wie diese Kommunikation funktioniert. Man bekommt sofort mit wenn etwas geschrieben wird und kann drauf antworten. Je nach Leuten, die man verfolgt kann man mitverfolgen wie Nachrichten wandern. Auf einmal erschließt sich der Kontext und die kurzen Informationshäppchen machen sinn.

Ich hatte etwas erwartet, von fremden unwichtigen Nachrichten erschlagen zu werden. Defakto wirds man aber nicht, weil man selber Einfluss drauf hat, wen man folgt und wievielen. Dabei wählt man natürlich entweder Leute, bei denen man meint, dass sie etwas zu sagen haben, Menschen mit ähnlichen Weltanschauungen, oder auch gern mal ganz anderen. Dadurch das man diese selber wählt kann man auch regulieren mit wievielen Nachrichten man konfrontiert werden möchte. Mit dem richtigen Twitter-Programm ist einer Nachricht ein kurzes Einblenden in der Ecke des Bildschirms. 140 Zeichen sind schnell überflogen und innerhalb einer Sekunden entscheidet sich schon die Relevanz der Nachricht und im Zweifelsfall ist sie weg und man kann weitermachen wo auch immer man war. Ich empfinde es nicht als Störung.

Zum Sozialen aspekt. Dadurch, dass man selber leuten folgt, gleichzeitig Leute hat, die einen selbst folgen ergeben sich zwei Netzwerke. Anders als bei Social-Networks liegt der Fokus aber anders. Man folgt nicht jemandem, weil man ihn kennt (ok, vielleicht auch), sondern weil er relevant erscheint. Wenn man bloß Leute folgt, die man Persönlich kennt, dann wird das Netzwerk sehr homogen und entweder belanglos und langweilig oder sehr repetitiv. Spannder ist es quer Vernetzungen zu finden zu Leuten mit den gleichen oder auch anderen Hobbies, Einstellungen, was auch immer. Dies hilft sehr auf neue Ideen, neue Texte gebracht zu werden, über die man sonst vielleicht nicht stolpern würde. Letztendlich geht es um eine Verbreitung von Ideen und Informationen. Einerseits als Rezipient, andererseits als Sender.

Ich bin 2 Monate dabei und habe 40 Follower, ich lege es nicht darauf an viele Leute als Gefolgschaft zu haben, auch wenn es durchaus noch Ziele gibt, die ich hätte. Man liest von Leuten, die Twitter als antwortende Wolke betrachten können. Hat man eine Frage, fragt man sein Netzwerk und kriegt eine Antwort. Dies erfordert viele Follower, aus sehr vielen verschiedenen Kreisen. Da bin ich noch nicht angekommen und das mag vielleicht noch dauern. Bis dahin geht mein Selbstexperiment weiter. In Echtzeit zu verfolgen.

Diverse Projekte

Heute, Kategorie “Projekte, die in irgendeiner Form eine Notiz verdienen”

Ich hab vor nem Jahr an einigen DDS-Utilities für Java geschrieben. Nen Jahr lang wusste ich nicht was ich mit denen anfangen soll, veröffentlichen? Waren aber noch nicht fertig. Ich hab se jetz Open Source gestellt und den Code kann man bei Github einsetzen und runterladen. Mehr dazu hab ich im Development Blog bei CTDP geschrieben. Fertige Versionen, die auch Menschen benutzen können, die nicht wissen wie ein Compiler geht kommen vielleicht demnächst. Hängt wie immer von der Zeit und der Anzahl der langweiligen Meetings/Vorlesungen ab.

Mein Praktikum bei Tudor in Luxemburg ist sogut wie rum. 4 Monate konnte ich an dem Projekt meiner ehemaligen Bachelor-Arbeit weiterarbeiten und die neue Version ist dieser Tage erschienen. Ebenfalls gilt man schaue ins entsprechendes Devblog.

Bei CTDP gibts eigentlich auch einiges zu erzählen, aber das zu geeigneter Stunde.

Das Lese-Oktett #25

Gesellschaft

Google und der Zoodirektor: Eine längere locker geschriebene Ausführung über den Heidelberger Appell von mehreren Seiten beleuchtet.

Die Dummheitsvermutung: Der Adressat wird dumm gehalten, weil er für dumm gehalten wird. Ein Plädoyer dafür, dass man nicht alles verstehen muss und Politik nicht zu versimplifiziert gehört.

Der Kampf um die Worte: Vereinahmung von Worten durch die Politik

Direct-Action: Faken, Faken, Faken: Anleitung zum Schreiben eines eigenen Fakes, mit Beispielen.

Politik

Steinmeier-Witze

Die Meinungsfreiheit als Sondermüll: Es geht um die Neudefinitions des Begriffs der Menschenwürde durch das Familienministerium.

Das Grundeinkommen ein voller Erfolg: Über einen Pilotversuch in Namibia

Stanislaw Pietro und das Geheimnis des roten Knopfes

Sonstiges

Visual illusions

Video

Freaks mit Megafon auf unserem Rasen

Gefard: Kafkaesker Kakerlaken Kurzfilm

Analogien

Neulich im Supermarkt fiel mir eine Analogie ein.

Das Defragmentieren der Festplatte ist quasi wie die Geldumverteilung in einem Finanzsystem. Große Datenblöcke bekommen noch mehr speicher ihnen zugeordnet. Die die schon viel haben, die bekommen noch mehr.  Und wenn die Festplatte voll ist und der Speicher komplett verteilt, dann muss man die Regierung anpumpen, die neuen Speicher erzeugt und eine neue Platte nachschiebt.

Ich hab nicht nachgezählt wieviele Konstruktionsfehler in dieser Analogie sind. Sie entstand halt nur im Supermarkt.

Das Lese-Oktett #24

Politik

Verglichen mit dem Netz ist das Leben ein rechtsfreier Raum

Das Theater darf kein brechtfreier Raum sein!

Wissenschaft

7 Man-Made Substances that Laugh in the Face of Physics

Nasa: Moondust and duct tape

2D- Programming language

The Baloney Detection Kit: Entdecke die Pseudo-Wissenschaften

Study about the effectiveness of tinfoil-heads against radio signals: Überwacht die Paranoiden, es ist zu ihrem eigenen Besten!

Codename “Teddybär”: Langwellenradarsender unter Tempelhof vermutet. Würden Tinfoil-hats was bringen würde ich jetzt empfehlen sie aufzusetzen.

Sonstiges

Willkommen bei den Lumen: Immer wieder einhämmern…

Showbashing in Berlin

Amazing long exposure  pictures

Hollywood at war

Lasst euch nicht verarschen: Studiert doch was ihr wollt! Pro-Gesellschaftswissenschaften …

Informatiker – Potentielle Täter: Habt Angst vor mir!

Falscher Planet, Falsches Jahrtausend: Ein Informatiker reminisziert über 20 Jahre Interneterfahrung und den aktuellen Generationenkonflik

Video

Inside Ursula Hitler’s Head

Bestnote

5 von 5 Punkten, aka volle Punktzahl in Übung 4. Das Besondere daran ist, dass ich weder Übung 4 bearbeitet, noch den dazugehörigen Kurs belegt habe. Trotzdem, meine Leistung habe erbracht, bin damit der beste Mensch der Welt und freue mich ein vielfaches mehr als über Übungen mit voller Punktzahl die ich wirklich gemacht habe.

Rain is so precious for nature and plants, it couldn’t just happen random. I propose the theory of Intelligent Raining, where the big gardenmaster in the sky pours down rain from his watery pot.

Wortsport

Kategorie Worte, die ich mir merken will, heute:

Karöshi – Japanisch für “Tod durch Überarbeiten”

Levitation – Schweben, frei von Schwerkraft

Und von dort kommt man schnell zu Levitatiertem Wasser, was mir die Tränen in die Augen bringt vor lachen.

Edit: M. wieß mich darauf hin, dass es nicht Karoshi sei sondern Keroshi. Ich hab nochma geguckt und das Wiktionary hat es als Karöshi. Ich behalte mal die Schreibweite der Wikeality.

Das Leseoktett #23 Zensursula-Edition

Soviel zum regulären Leseoktett. Ich will noch einige Worte zur vergangenen Woche verlieren. Die politische Diskussion im Internet war geprägt durch das Vorhaben der Großen Koalition eine Internetzensurstruktur unter Leitung des BKA aufzubauen. Einerseits die Sperrung(verstecken nicht löschen) von Webseiten (zunächst noch Themengebunden) auf einer geheimen Liste ohne Wiederspruchsmöglichkeit und andererseits verwaltet durch das BKA ohne weitere Kontrollinstanz. Damit besteht die Möglichkeit der Willkühr die das BKA bereits des öfteren an den Tag gelegt hat.

Der Protest der “Internet-Community” war  gewaltig und in den letzten Wochen entstanden viele Artikel und Texte, die das Thema auf-, ab- und nachbearbeiten.  Ich könnte nicht alle Posten wenn ich wöllte, aber es gibt einige die ich euch ans Herz legen will. Die Proteste gegen das Gesetzesvorhaben zeigten für Netzpolitische Belange eine neue Qualität. So traurig es auch ist, dass trotz allem die Agenda der Zensursula durchgezogen wurde, so sehr ruft der Metronaut auf nicht den Kopf in den Sand zu stecken und weiter hin interesse und Engagement aufzubringen. Andererseits gibt es auch genug Leute, die erst durch diese Diskussion auf die Politik und deren Techniken zur Meinungsmache wirklich aufmerksam geworden sind und sich dafür herzlich bei Frau von-der-Leyen bedanken. Es war faszinierend zu sehen, wie in der letzten Woche in der SPD offene Briefe einzelner SPD-Mitglieder rumgingen, um der Fraktion nochmal nahezulegen warum sie gegen dieses Gesetz stimmen sollte. Das wurde natürlich vermehrt damit begründet, dass durch diese Entscheidung eine ganze Generation Wähler, die mit dem Internet großgeworden sind, vergrähmt würde, bzw jetzt nach der Abstimmung bereits IST. Ich zähle mich dazu. Interessant war dabei, ein Brief eines Bundestagskandidaten, der die aktuellen Bundestagsabgeordneten anschreibt, ihm doch quasi nicht den Wahlkampf durch diese Gesetzgebung zu versauen, profan ausgedrückt. Torben Friedrichs Offener Brief sei dabei eine kleine Empfehlung.

Nun ist das Gesetz durch, die Proteste verstummen nicht, aber die ersten Konsequenzen werden gezogen. Die SPD hat uns mal wieder verraten und mit dabei die Grüne Partei, die mit 1/3 Enthaltungen auch keine ruhmreiche Opposition gestellt hat. Einzelne SPD-Miglieder Ebenfalls seine Konsequenzen gezogen hat J. der gestern Pirat geworden ist und mir hoffentlich bald viel Neues zu erzählen weiß.

import org.jagatoo.loaders.textures.
formats.TextureImageFormatLoaderImageIOImageInputStream;

Gnihihihihi!

Umfrage verschlüsselte Kommunikation

Ein Kommilitone von mir schreibt im Moment seine Bachelor-Arbeit die weitestgehend mit eMail-Verschlüsselung zu tun hat. Für seine Arbeit hat er eine kleine Umfrage geschaltet in der Hoffnung einen kleinen Eindruck vom Grundwissen und dem Interesse an dem Thema zu bekommen.

Ich habe soeben eine Umfrage erstellt die mir helfen soll Fragen zu
meiner Bachelor Arbeit zu beantworten.

Ich beschäftige mich im weitesten Sinne mit E-Mail Kommunikation und
Verschlüsselung.

Würde mich freuen wenn ihr euch kurz die Zeit nehmt (3-5 Minuten) und
die Fragen ausfüllt.

unverfehlbar #2

Ich habe festgestellt, dass ich für einige Berufe nichts tauge. Dazu gehören Whistleblower, Spion, Kontaktmann, Arzt, Priester, Anwalt, Versicherungsbeauftragter, Journalist und alles was das Geheimhalten von Namen in irgendeiner Form erfordert. Aber Geheimnisse nehm ich mit ins Grab.

Krämer war doch einst ein Kleinhändler. Was ist dann ein Geheimniskrämer?

Wissenschaftliche Paper sollten viel mehr Bilder haben.

Euro2009 – Kurzauswertung

Muahaha, ich bin in meinem Wahlbezirk der einzige, der diese Organisation gewählt hat, die ich gewählt habe und auf ganz Deutschland betrachtet gehörte sie zu den 5 Parteien die am schlechtesten Abgeschnitten haben. 😀

“Spontan ist 24h später”

Aufgrund eines akuten Mangels an Testsubjekten und den daraus resultierend unzureichenden Rohdaten sind meine empirischen Studien zu dem Thema inkonklusiv und lassen mich von jedweder inkriminierenden Aussage diesbezüglich absehen.

Expertengespräche: Einhörner

Mitte der 1990er Jahre führten Jürgen Kuttner und Stefan Schwarz während ihres Sprechfunks die sogenannten Expertengespräche. Es wurde ein Thema oder ein Grundproblem betrachtet und versucht zu lösen. Da ich mich mit meinem sehr geschätzten Kumpel und Kollegen David gelegentlich in ähnlicher Diskutierposition befinde kamen wir auf den Gedanken die Welt an unseren Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Das erste Expertengespräch behandelt die Frage, ob unsichtbare rosa- oder grünfarbige Einhörner voneinander zu unterscheiden sind. Continue reading “Expertengespräche: Einhörner”